Bunt und persönlich: Neue Formen der Trauerkultur

Von Carola Große-Wilde, dpa, 20.11.2009




Urne mit bunten Filzüberzug und Sarg in Schiffsform: Das Hamburger Unternehmen «Trostwerk» um neue Formen des Abschiedsnehmen. (Bild: dpa)


… «Viele Menschen möchten weg von einer als trostlos und unpersönlich empfundenen Trauerfeier», bestätigt auch Christian Hillermann, Inhaber von Trostwerk. Seit 2003 bemüht sich das Unternehmen um neue Formen des Abschiednehmens. «Je persönlicher der Abschied, desto mehr Kraft wird freigesetzt, um den Verlust zu verarbeiten», ist er überzeugt. Das fange schon damit an, dass seine Mitarbeiter keine schwarzen Anzüge tragen und die Räumlichkeiten «sehr lebensbejahend, offen und transparent» gestaltet sind. Die Trauerfeier müsse auch nicht unbedingt auf einem Friedhof stattfinden. «Das kann im Tanzstudio, im Kino oder im Theater sein, das sind alles Beispiele, die wir schon gemacht haben.»

In einer weltlichen Trauerfeier mit einem professionellen Trauerredner, die sich immer mehr Menschen wünschen, könnten dann viele persönliche Elemente aufgegriffen werden - von Karten, auf denen die Trauergäste noch ein paar Worte an den Verstorbenen schreiben, bis hin zum individuell bemalten Sarg oder Urne. «Unser Versuch, mehr Lebendigkeit und Kreativität hereinzubringen, wird von vielen Leuten als befreiender Impuls erlebt», sagt Hillermann. So könne man begreifen, dass Trauer «nicht nur dieses Zurückgezogene, Deprimierte ist, sondern dass in der Trauer ganz viele verschiedene Energien stecken». «Trauer ist Liebe und der Tod sollte wieder als ein Teil des Lebens verstanden werden», meint der Experte.

Die andere Art der Bestattung: trostwerk





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